„Ich verstehe den Unterschied zwischen Akkusativ und Dativ nicht.“


Der Kasus bereitet vielen DaF-Lernern Probleme. Da ich dieses Wochenende eine Nachricht zu diesem Thema auf meiner Facebook-Seite erhalten habe, habe ich mich entschieden, dem Akkusativ und Dativ einen eigenen Blogbeitrag zu widmen.

Ausgehend von der Systematik eurer Muttersprache (L1), euren Lernerfahrungen und Vorkenntnissen sind eure Fragen sicherlich unterschiedlich. Gerne könnt ihr daher den Beitrag kommentieren oder ergänzen.

Zunächst solltet ihr euch über folgende Fragen klar werden:

Gibt es die grammatische Kategorie „Kasus“ auch in meiner L1 oder einer Sprache, die ich bereits gelernt habe und gut beherrsche?

Warum gibt es Kasus und was ist seine Funktion?

Welche Schwierigkeiten habe ich in der Unterscheidung von Akkusativ und Dativ?

Wer oder was bestimmt den Kasus?

Meinen Kursteilnehmern hilft es oft schon, wenn ich sie bitte, ihre Schwierigkeiten in der Unterscheidung nochmals unter folgendem Aspekt zu überdenken: Handelt es sich um ein reines Objekt oder bestimmt möglicherweise eine Präposition den Kasus. Gleichzeitig können auch Adjektive einen festen Kasus fordern. Euer erste Grundgedanke sollte daher sein: Was ist das bestimmende Element im Satz bzw. welche Beziehungen gibt es zwischen den Satzgliedern? Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Er hilft seiner Mutter. Ich sehe einen Film. Sie kauft ihrer Kollegin einen Blumenstrauß.

→ in all diesen Sätzen bestimmt das Verb den Kasus der Objekte: helfen + Dativ, sehen + Akkusativ, kaufen (+ Dativ) + Akkusativ. Verben können Ergänzungen fordern oder ggf. auch nur mit einem Subjekt stehen, z.B. Ich esse.

Die größte Gruppe der Verben im Deutschen erfordert ein Akkusativobjekt. Nur wenige Verben benötigen einen Dativ, z.B. helfen, gefallen, gehören und passen, bzw. den Genitiv, z.B. bedürfen, überführen und verdächtigen.

Für Lerner, in deren L1 keine Kasus-Kategorie existiert, ist oftmals die Vorstellung hilfreich, dass der Akkusativ eine direkte Beziehung zwischen Verb und Objekt bzw. der Dativ eine indirekte Beziehung ausdrücken soll. Mit welchem Erklärungsansatz ihr die Systematik besser nachvollziehen könnt, solltet ihr selbst testen und individuell entscheiden.

  • Er hilft seiner Mutter mit dem Abwasch. Ich sehe einen Film ohne meinen Freund. Sie kauft ihrer Kollegin einen Blumenstrauß zum Geburtstag.

Nun haben sich die Ausgangssätze um präpositionale Ergänzungen erweitert. Der Kasus von Abwasch, Freund und Geburtstag ist nun nicht mehr vom Verb abhängig, sondern von der zugehörigen Präposition. Die Präpositionen mit und zu benötigen immer ein Dativobjekt, wohingegen auf ohne immer ein Akkusativobjekt folgen muss. Beachtet hierbei aber auch, dass es im Deutschen Wechselpräpositionen gibt, die mit Akkusativ und Dativ stehen können, z.B. an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen.

  • Er hilft seiner Mutter, weil ihr heute schlecht ist. Sie kauft ihrer Kollegin einen Blumenstrauß, weil sie dieser sehr dankbar ist.

In diesen beiden Nebensätzen werden die Dativobjekte ihr und dieser von den Adjektiven schlecht und dankbar bestimmt. Adjektive, die den Akkusativ fordern, gibt es nur wenige. Diese beziehen sich v.a auf Größen- oder Gewichtsangaben, z.B.: Diese Tasche ist sicherlich einen Zentner schwer.

Als Trainingsmaterial kann ich euch die Übungsgrammatiken des Schubert-Verlags empfehlen: A-Grammatik (für A1 und A2), B-Grammatik (für B1 und B2), C-Grammatik (für C1 und C2)

Testet im nächsten Teil, ob ihr diese verschiedenen Verwendungsweisen verstanden habt!

Habt ihr weitere Fragen? Dann kommentiert den Beitrag oder schreibt mir eine Nachricht!

#DeutschfürdenBeruf #Sprachkenntnisse #Deutschkurs #Sprachkurs #Wirtschaftsdeutsch #München #Firmentrainings #deutsch #Privatunterricht #Firmenkunden #Fortschritte #Tipps #EMail #Geschäftskommunikation #DeutschimAlltag #Germany #Grammatik #Akkusativ #Dativ #Objekt #Präposition

Get in touch!

  • Facebook - Homepage
  • LinkedIn - Lisa Johanna Marie Weber
  • Instagram - Lisa Johanna Marie Weber